Heinz Ley
Egon Stoll-Berberichs Bordfunker und somit überlebenswichtiger Heckschütze, Oberfeldwebel Heinrich Josef, genannt "Heinz", Ley, ist in Egon Stoll-Berberichs Nachlass nur auf einer einzigen Aufnahme abgebildet, obwohl sein Name auch nach dem Krieg noch oft in Gesprächen fiel. Über ihn war leider lange Zeit nichts Weiteres bekannt. Vermutlich trennten sich die Wege dieser Besatzung, als die Sturzkampfgeschwader mit Junkers JU 87 zu Schlachtgeschwadern mit Focke-Wulf FW 190 umgewandelt wurden. Somit entfiel der rückwärtige Mann und die beiden verloren sich aus den Augen.
Ende 2025 meldete sich eine Angehörige von Heinz Ley, die neben Informationen zu Leys Leben auch Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg besaß, die sie 2009 einem Museum übergeben hatte und die Digitalisate für diese Homepage zur Verfügung stellte.
Eckdaten1
| Geburtsdatum | 3. November 1919 in Remagen |
| Sterbedatum | 11. Dezember 1989, Remagen |
| Letzter Dienstgrad (WL) | Oberfeldwebel |
| Auszeichnung | 30. Mai 1940: Eisernes Kreuz II. Klasse 20. September 1940: Eisernes Kreuz I. Klasse 8. August 1941: Frontflugspanne in Gold 5. November 1941: Große di Guerra al Valor Militare; eigntl.: Italienisches Kriegskreuz mit Schwertern (Croce di Guerra al Valor Militare) 15. November 1941: Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftkrieg 30. April 1943: Deutsches Kreuz in Gold 4. Juli 1943: Frontspange in Gold mit Anhänger (600) |
Lebenslauf
Heinrich Josef, genannt „Heinz“ Ley, wurde am 3. November 1919 in Remagen als Sohn des Zollinspektors Berthold Josef Ley und seiner Ehefrau Wilhelmina Ley, geborene Schmitt, geboren. Er war der Zwillingsbruder von Elsa („Illy“) Ley und hatte eine drei Jahre ältere Schwester, Gerta Ley. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Heinz Ley überwiegend in Aachen, wo sein Vater dienstlich tätig war. Dort besuchte er die Grundschule und das Gymnasium und legte 1937 das sogenannte Notabitur ab.
Nach dem Schulabschluss leistete er seinen Arbeitsdienst auf der Insel Neuwerk und im Anschluss den Grundwehrdienst. Vom 3. November 1939 bis Juni 1944 war Heinz Ley Angehöriger der 7. Staffel Stuka 1. In dieser Zeit absolvierte er etwa 2000 Sturzkampfeinsätze, darunter rund 1000 Übungsflüge aus großer Höhe und 656 Feindflüge mit der JU 87. Von Juni 1944 bis April 1945 war er an der Flugführerschule in Werder an der Havel tätig, anschließend gehörte er von April bis Mai 1945 einem Fallschirmregiment an. Nach dem Kriegsende geriet er kurzzeitig in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung kehrte er zu seinen Eltern nach Remagen zurück, da diese nach der Zerstörung ihres Hauses in Aachen dorthin übergesiedelt waren.
Am 1. März 1947 begann Heinz Ley seine Tätigkeit in der Finanzverwaltung Koblenz, wo er bis 1949 eine Ausbildung zum Steuerassistenten absolvierte. Anschließend wechselte er zum Finanzamt Ahrweiler, wo er ab dem 1. April 1949 bis zu seiner Pensionierung im September 1981 tätig war. Nach bestandener Inspektorenprüfung arbeitete er zunächst als Sachbearbeiter und später 13 Jahre lang als Betriebsprüfer. Am 1. Juni 1978 wurde er zum Steueramtsrat befördert.
Neben seinem Beruf widmete sich Heinz Ley mit großem Interesse der Kommunalpolitik. Am 2. Oktober 1956 trat er der SPD bei und engagierte sich über viele Jahre in der örtlichen Parteiarbeit.
Seit den 1960er Jahren litt Heinz Ley zunehmend unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die auf die Spätfolgen seiner Kriegsjahre zurückzuführen waren. Bereits 1960 traten Schwindelanfälle auf, 1964 folgte ein Kreislaufkollaps, 1967 ein Hirnschlag mit zeitweiliger Lähmung und 1975 ein Herzinfarkt. Zunehmende Durchblutungsstörungen führten schließlich zu Schwerhörigkeit, die seine politische Tätigkeit immer stärker erschwerte.
Heinrich Josef „Heinz“ Ley verstarb am 11. Dezember 1989 im Alter von 70 Jahren.
Bilder
![]() |
Feldwebel Heinrich Josef, genannt "Heinz", Ley, Bordfunker und Heckschütze der 7./St.G 1. |
![]() |
Feldwebel Heinrich Josef, genannt "Heinz", Ley, Bordfunker und Heckschütze der 7./St.G 1. |
![]() |
Unteroffizier Heinrich Josef, genannt "Heinz", Ley, Bordfunker und Heckschütze der 7./St.G 1 mit dem Maskottchen "Purzel". |
![]() |
Oberfeldwebel Heinrich Josef Ley, genannt "Heinz", Bordfunker und Heckschütze der 7./St.G 1, Aufnahme vermutlich im Spätsommer 1943. |
-
Nachstehende Informationen und Bilder wurden von Familie Ley zur Verfügung gestellt. ↩






